Die trauen sich was!
Halle (Saale), 28.01.2028 Drei Teams stellten in den Franckeschen Stiftungen ihre Geschäftsideen aus dem Projekt „echt.Machen“ vor.
Vor einer Projekt- oder Geschäftsidee gibt es ein Problem oder einen „Bedarf“. Man muss sich nur etwas in der Umgebung umschauen.
So erlebten die Mitglieder des Teams „MyFindi“ Allegra Pfeiffer, Freda Trinter und Logan Werner (alle 12. Klasse) in ihrem Familienumfeld, dass es sehr schnell Stress für ein Kind und alle Erwachsenen in dessen Nähe verursacht, wenn das geliebte Kuscheltier verschwunden ist.
Die Lösung ist relativ einfach, aber die Planung und Umsetzung sind schwerer.
Das Kuscheltier bekommt einen GPS-Tracker in den Bauch. Im Wirtschaftssprech heißt das, zum „Grundnutzen“ kommt ein „Zusatznutzen“.
Das MyFindi-Team hatte nach dieser Idee viele weitere Planungsschritte zu durchlaufen und Fragen zu beantworten: Wie sollen die Produkte gestaltet werden? Welchen Namen sollen sie erhalten? Wie soll das Logo aussehen? Welche Kosten entstehen bei der Herstellung und der Vermarktung? Wieviel Gewinn kann für einen passenden Marktpreis auf die Kosten aufgeschlagen werden? Welche Vertriebskanäle sind zu Beginn und in der nächsten Phase erfolgreich? Über welche Kanäle und wie soll Werbung gestaltet werden? …
Welche Schlüsselpartner können zum Erfolg verhelfen? Fündig wurde „MyFindi“ in der eigenen Schule am Burgstadtgymnasium. Die Schülerin Paula Jaksteit (Klasse 8c) kreiert und näht fast „professionell“ Kuscheltiere. Paula hat den Prototypen „MyFindi“ genäht.
Das Konzept und das Produkt gefiel dem Projektteam „echt.Machen“. So erhielt das Team „MyFindi“ eine Einladung zur großen „Pitch & Match-Veranstaltung“ in Halle (Saale). Für die Präsentation des Konzeptes bereiteten die drei nach einem Training mit Tina Lindau und Nina Güldenpenning vom Team echt.Machen eine Präsentation vor.
Beim „Pitch“ waren 9 Teams mit pfiffigen Ideen und gut geplanten Umsetzungsschritten am Start. Die Aufregung vor dem Pitch war bei allen spürbar. Auch unser Team „MyFindi“ hat mit seiner sicheren Präsentation so überzeugt, dass es gleich zwei Preise erhielt: einen Geldpreis vom Unternehmen GISA GmbH und einen Programmier-Workshop als Unterstützung für den Start ins Business.
Etwas größere Probleme will das Team „Dorfquelle“, Vanessa Wachsmann, Nele Wilschinski und Nikola Lea Wenzel, anpacken. In Ihrem Dorf gibt es keinen Supermarkt oder Dorfladen mehr. Damit fehlt auch ein wichtiger Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.
Das möchte das Team ändern. Es wurden bereits 85 Dorfbewohner gefragt, ob sie in der „Dorfquelle“ einkaufen oder den Dorfladen unterstützen würden. Die Antworten und die Standortanalyse spornen an, die Idee echt zu machen. Die bereits geleisteten Umsetzungsschritte neben der Umfrage sind bereits sehr umfangreich: Eine SWOT-Analyse wurde durchgeführt, ein Sortiment geplant und ein Flyer gestaltet. In der Meilensteinplanung steht ein Treffen mit den Dorfbewohnern als ein sehr wichtiger Punkt, denn nach Vanessa Wachsmann geht es nur gemeinsam mit den Dorfbewohnern.
Der Gemeinderat begrüßt zumindest dieses Vorhaben und ist ebenfalls aktiv.
Nun müssen Investoren mit Sachverstand als Partner gewonnen werden. Vanessa hat bei der Abschlussveranstaltung die Chance genutzt, um sich mit möglichen Unterstützern für die Gemeinde zu unterhalten. Als Vertreterin ihres Teams führte sie das Gespräch sehr souverän und stieß auf viel echtes Interesse bei ihren Gesprächspartnern. Vanessa erhielt auf Augenhöhe viele Anregungen zum Beispiel zum Sortiment, zu Investitionsentscheidungen oder der Gestaltung des Verkaufsraumes. Das Team „Dorfquelle“ möchte sich weiter für dieses Projekt einsetzen und sich bei der Umsetzung maßgeblich einbringen. Das Projektteam „echt.Machen“ wird, wie bei allen Ideen, mit Spannung verfolgen, ob das gelingt.
Das Team „StudyBuddies“, Helene Schwarz, Olena Sarapulova, Martin Gessert und Ben Bremisch, fanden eine Marktlücke in ihrem schulischen Umfeld. Sie würden gern eine Peer-to-Peer Lernplattform entwickeln. Mit der App „StudyBuddies“ sollen Schüler gezielt nach passenden Lernpartnern suchen. Das Team ist überzeugt, dass Lernpartner, die sich gut verstehen, viel besser lernen können als allein.
Die Produktdifferenzierung ist sehr ausgeklügelt; z.B. gibt es ein Basic-Abonnement mit dem Matching der Lernpartner, Chat, Videokonferenzen und einfache Dateifreigabe aber auch mehrere Erweiterungen, z.B. mit Funktionen wie Lerngruppenverwaltung, detaillierten Lernstatistiken und zusätzlichen Speicher- bzw. KI‑Features. Das wäre für Kunden viel günstiger als herkömmliche Nachhilfestunden.
Das Team hat bereits die App gestaltet und die funktionsfähige Oberfläche für das Smartphone programmiert. Beim „Match“ haben Helene und Martin ihr Projekt mit viel Enthusiasmus mehrfach vorgestellt. Unter anderem hat Ulrike Haustein, Wirtschaftsförderung Saalekreis, konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für das Team bei der Umsetzung genannt.
Alle Gruppen aus beiden Wirtschaftskursen der 12. Klassen hatten wertvolle Geschäfts- oder Projektideen und haben deren Umsetzung mit Interesse geplant, unter anderem eine Hundepension mit Hundeschule, eine makronährstofforientierte Gastronomie, ein SkillCamp zur Bildung von Alltagskompetenzen, eine Onlineplattform für Familien und Babysitter, eine Marke für alltagstaugliche Motorradmode, ein Shop für Kreative und den Kunstunterricht.
Die Teams „MyFindi“, „StudyBuddies“ und „Dorfquelle“ haben unser Burgstadtgymnasium beim „Pitch & Match“ mit viel Ellan und Sachverstand vertreten. Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten wurden von mehreren sehr interessieren Menschen ermutigt, ihren Ideen und Konzepten weitere Taten folgen zu lassen. Nun könnten sie sich den nächsten Schritt auch trauen.
"echt.MACHEN wird durch die Impetuum GmbH, das Institut für Wissens- und Technologietransfer an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg koordiniert und vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds ESF+) im Rahmen des Programms ego.-KONZEPT finanziert." echt.machen.de. (2025). echtmachen.de/projektprofil (abgerufen am 28.01.2026)